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Individuelle Resilienz

Echte Stärke

Alexander Noß & Katrin Droste
Dezember 2025
BankInformation

ZUM ARTIKEL

Wie werden Organisationen in einer Welt dauerhafter Veränderung wirklich widerstandsfähig?

Dieser Frage widmen sich Alexander Noß und Kathrin Droste in ihrem Artikel „Echte Stärke“, erschienen in der BankInformation. Im Mittelpunkt steht das Programm „Resiliente Organisation“ der Volksbank Mittweida eG, welches ein praxisnahes Beispiel dafür ist, wie Resilienz auf individueller, teambezogener und organisationaler Ebene systematisch aufgebaut werden kann.

Die Autoren zeigen, dass Widerstandskraft kein angeborenes Talent ist, sondern ein kollektives Potenzial, das gezielt entwickelt werden muss. Besondere Beachtung finden dabei die sogenannten Resilienzbegleiter – intern ausgebildete kollegiale Coaches, die Veränderungsprozesse von innen heraus unterstützen. Der Artikel richtet sich insbesondere an genossenschaftliche Organisationen, die auf Mitbestimmung und gemeinschaftliche Verantwortung setzen. Er liefert konkrete Impulse für Führungskräfte, HR-Verantwortliche und alle, die Organisationskultur aktiv mitgestalten möchten.

Hinweis: Der Artikel ist urheberrechtlich geschützt. Diese Seite enthält lediglich einen kurzen Überblick über das Thema.

“Resilienz ist kein individuelles Talent, das man entweder hat oder nicht hat. Sie entsteht im Zusammenspiel von Menschen, Teams und Organisationen und muss aktiv ermöglicht, gepflegt und entwickelt werden. Genossenschaftliche Organisationen bringen dafür ideale Voraussetzungen mit.”
Alexander Noss
Alexander NoßExperte für Führung & Kultur

ZUSAMMENFASSUNG

Resilienz ist heute mehr als ein persönliches Merkmal. Sie ist eine strategische Fähigkeit von Organisationen im Umgang mit Wandel und Unsicherheit. Der Artikel beleuchtet, wie individuelle, teambezogene und organisationale Resilienz miteinander zusammenhängen und sich gegenseitig verstärken. Als Praxisbeispiel dient das Programm „Resiliente Organisation" der Volksbank Mittweida, das zeigt, wie Resilienz im Unternehmensalltag wirksam verankert werden kann.

Individuelle Ebene Resilienz beginnt beim Einzelnen, und zwar in der Fähigkeit zur Selbstregulation, zum bewussten Umgang mit Stress und zur persönlichen Erholung. Das Programm vermittelt alltagstaugliche Methoden wie Atemtechniken, Schlafregulation, kognitives Reframing und den Umgang mit Gedankenschleifen. Das Bild von „Gaspedal" und „Bremse" – Sympathikus und Parasympathikus – verdeutlicht, wie das Nervensystem zwischen Aktivierung und Regeneration reguliert. Ziel ist es, Mitarbeitende zu befähigen, ihr inneres Gleichgewicht aktiv zu erhalten.  
Teamebene Resiliente Teams zeichnen sich durch Vertrauen, geteilte Verantwortung und psychologische Sicherheit aus. Sie teilen ein gemeinsames Verständnis von Sinn und Ziel ihrer Arbeit. Fehler werden als Lernchance begriffen, Reflexion und Feedback sind Teil der gelebten Teamkultur. Das Programm fördert konkrete Kommunikationsfähigkeiten – etwa durch Ansätze der Gewaltfreien Kommunikation – und unterstützt wirksame Meetingstrukturen. Achtsamkeit, emotionale Intelligenz und Wertschätzung stärken das Miteinander und erhöhen die kollektive Widerstandskraft.  
Organisationale Ebene Resiliente Organisationen halten nicht starr am Bestehenden fest, sondern begreifen Wandel als Normalität. Sie schaffen strukturelle Rahmenbedingungen, die Lernfähigkeit, Handlungsspielräume und verantwortungsvolle Führung ermöglichen. Gerade genossenschaftliche Organisationen bringen dafür besondere Voraussetzungen mit: Mitbestimmung, Solidarität und kooperative Führung sind Teil ihrer DNA. Organisationen, die Resilienz als gemeinsame Gestaltungsaufgabe verstehen, schaffen die Grundlage für langfristige Zukunftsfähigkeit.  

Resilienzbegleiter als Schlüsselelement.

Ein zentrales Merkmal des Programms ist die Ausbildung interner Resilienzbegleiter: Kollegiale Coaches, die Veränderungsprozesse von innen heraus begleiten. In sechs aufeinander aufbauenden Modulen erwerben sie Kompetenzen in Achtsamkeit, Coachingmethodik, systemischer Gesprächsführung und persönlicher Arbeitsorganisation. Sie lernen, Anliegen zu strukturieren, emotionale Dynamiken zu reflektieren und lösungsorientiert zu begleiten. Als Multiplikatoren schaffen sie Dialogräume, unterstützen individuelle Lernprozesse und fördern eine Kultur des gemeinsamen Lernens. Sie begleiten auch die Einarbeitung neuer Mitarbeitender und vermitteln dabei die resiliente Arbeitsweise der Volksbank Mittweida.

Lesen Sie hierzu auch unseren Blogbeitrag "Individuelle Resilienz: Warum sie mehr ist als Selbstführsorge"

Organisationale Resilienz_Feature
“Was uns in diesem Programm besonders wichtig war: Resilienz nicht als abstraktes Konzept zu vermitteln, sondern als gelebte Alltagspraxis erfahrbar zu machen. Die Resilienzbegleiter sind dabei der Schlüssel. Sie tragen die Veränderung von innen heraus.”
Kathrin Droste
Kathrin DrosteBereichsleiterin Organisationsentwicklung, Volksbank Mittweida eG