Skip to content
Transfer-Evaluation

Transfer-Evaluation

Wirkung des Lerntransfers sichtbar machen
Kunde

Volksbank Mittweida eG

Volksbank Mittweida_Website_1-2

Projekt

Eine fundierte Transfer-Evaluation, die nicht bei der Zufriedenheitsfrage aufhört, sondern nachfragt: Was hat das Programm wirklich verändert?

Zielgruppe

Mitarbeitende und Führungskräfte der Volksbank Mittweida eG, die am Programm „Resiliente Organisation" teilgenommen haben

Zeitspanne

Start der Erhebungen: August 2024
qualitative Interviews: Juni 2025 bis März 2026
quantitative Erhebungen: bis März 2027

Viele Unternehmen investieren in Entwicklungsprogramme und wissen am Ende doch nicht genau, was davon wirklich geblieben ist. Eine Abschlussbefragung, ein paar positive Rückmeldungen, und das war es. Die Volksbank Mittweida hat sich bewusst für einen anderen Weg entschieden.

Im Rahmen des Programms „Resiliente Organisation" wurde gemeinsam mit KellerPartner eine Transfer-Evaluation aufgesetzt, die von Anfang an Teil des Programms war. Die zentrale Frage lautete nicht: „Hat es den Teilnehmenden gefallen?“, sondern: „Was haben sie tatsächlich in ihren Arbeitsalltag übertragen? Und was hat den Transfer unterstützt oder erschwert?“.

Das Projektziel

Die Evaluation sollte der Volksbank Mittweida eine fundierte Grundlage geben, um die Wirkung des Programms einzuschätzen und gezielt weiterzuentwickeln. Konkret ging es darum zu verstehen:

  • Wie hoch ist der selbst eingeschätzte Umsetzungsgrad der individuellen Maßnahmenpläne, und wie verändert er sich über die Zeit?
  • Welche Faktoren fördern oder bremsen den Transfer in den Alltag?
  • Welche Rolle spielen Coaching, Lernpartnerschaften, eLearning, Führung und Teamkultur für die Nachhaltigkeit?
  • Was braucht es, damit Resilienz im Arbeitsalltag nicht nur individuell, sondern auch im Team und in der Organisation wirksam wird? 

Das Ziel war kein Abschlussbericht, der in der Schublade verschwindet, sondern eine Entscheidungsgrundlage für die nächsten Schritte in der Personal- und Organisationsentwicklung.

Die Vorgehensweise

Die Evaluation war von Beginn an in die Programmstruktur integriert. Sie startete bereits zwei Wochen vor dem Resilienzmodul und begleitete die Teilnehmenden über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr.


Quantitative Erhebungen über easyfeedback

Alle Teilnehmenden der einbezogenen Programmdurchläufe wurden in das Evaluationstool easyfeedback eingebunden. Das Tool ist DSGVO-konform sowie nach TISAX und ISO 27001 zertifiziert. Die Teilnehmenden wurden pseudonymisiert erfasst, sodass Entwicklungen im Zeitverlauf auf Gruppenebene ausgewertet werden konnten, ohne individuelle Daten offenzulegen.

Die Erhebungen folgten einer klaren Zeitlogik:

  • Transferpotenzialerhebung (zwei Wochen vor dem Training): Wie gut sind die Voraussetzungen dafür, Gelerntes in den Alltag zu übertragen? Welche Motivation, Kompetenzen und Selbstwirksamkeitserwartung bringen die Teilnehmenden mit? 
  • Transfererfolgserhebung (nach 3 Monaten): Wie viel des eigenen Umsetzungsplans wurde tatsächlich realisiert? Welche Faktoren haben dabei eine Rolle gespielt?
  • Transferstabilitätserhebung (nach 9 Monaten): Wie stabil ist die Umsetzung im Langzeitverlauf? Was ist geblieben, was ist wieder verblasst?

Wichtig: In den Umfragen wurde nicht abgefragt, welche konkreten Maßnahmen die Teilnehmenden umgesetzt haben. Jede Person hat auf Basis ihres eigenen Umsetzungsplans angegeben, zu wie viel Prozent sie diesen realisiert hat. So konnten sehr unterschiedliche persönliche Vorhaben auf einer gemeinsamen Grundlage ausgewertet werden, ohne den Teilnehmenden vorzugeben, was als erfolgreiche Umsetzung gelten sollte. 


Qualitative Interviews

Ergänzend wurden insgesamt 30 qualitative Interviews geführt, jeweils mindestens drei Monate nach Abschluss des Resilienzmoduls. Die Interviews fanden virtuell statt und dauerten ca. eine Stunde. Bei der Auswahl wurde darauf geachtet, unterschiedliche Funktionen, Bereiche und Transfererfahrungen innerhalb der Bank einzubeziehen.

Die Interviews dienten dazu, die Zahlen mit Bedeutung zu füllen: Was steckt hinter einem Umsetzungsgrad von 55 Prozent? Was hat konkret geholfen? Wo lagen die echten Hürden? Warum wurden manche Ansätze dauerhaft genutzt, andere angepasst oder wieder aufgegeben? Welche Rolle spielten Führungskräfte, Teams und die Lernkultur?

„Wir wollten nicht einfach wissen, ob das Programm gut ankam. Wir wollten wissen, was Wirkung erzielt hat und wirklich genutzt wird. Die Evaluation hat uns genau das geliefert: ein ehrliches Bild davon, wo Veränderung stattgefunden hat, wo sie noch Unterstützung braucht und was wir als Organisation dafür tun können. Das ist eine andere Qualität von Erkenntnis als eine Abschlussbefragung.“

Kathrin Droste
Kathrin DrosteBereichsleiterin Organisationsentwicklung, Volksbank Mittweida eG

Die Ergebnisse

Die Evaluation lieferte ein differenziertes Bild davon, was nach dem Programm tatsächlich im Arbeitsalltag angekommen ist und unter welchen Bedingungen Transfer gelingt.

1. Was gut funktioniert hat

Das Programm hat gewirkt. Die Teilnehmenden berichten von einer deutlich erhöhten Sensibilität für eigene Belastungsmuster, von bewussteren Pausen, besser geschützten Fokuszeiten und einem klareren Umgang mit Abgrenzung. Viele beschreiben kleine, aber stabile Veränderungen im Alltag. Eine Aussage aus den Interviews bringt das gut auf den Punkt: Das Programm habe bedeutet, „an mir selbst, mit mir selbst und für mich selbst zu arbeiten."

Die Evaluation zeigte dabei auch, dass Transfer nicht einfach bedeutet, Inhalte eins zu eins umzusetzen. Teilnehmende passten Ansätze an ihre eigene Rolle und Arbeitssituation an, entwickelten daraus eigene Routinen oder griffen Themen zu einem späteren Zeitpunkt erneut auf. Die quantitativen Daten zeigten, dass sich etwas verändert hat. Die Interviews machten sichtbar, wie und warum.


2. Was die Evaluation sichtbar gemacht hat

Gleichzeitig wurde deutlich, dass Transfer zwar bei den einzelnen Teilnehmenden beginnt, aber nicht allein von ihnen abhängt. Bestehende Routinen, operative Anforderungen, Teamabsprachen und organisationale Rahmenbedingungen beeinflussen, ob neue Arbeitsweisen im Alltag Bestand haben. Eine Aussage aus den Interviews fasst eine typische Herausforderung treffend zusammen: „Man kommt mit neuen Impulsen zurück und am nächsten Tag ist man wieder im Hamsterrad.“

Das ist kein Zeichen mangelnder Motivation. Die Interviews zeigten vielmehr, dass neue Arbeitsweisen leichter tragfähig werden, wenn sie zur eigenen Rolle passen, im Team abgestimmt und durch Führung und Organisation unterstützt werden. Transfer ist damit nicht nur eine Frage des Wissens oder Wollens, sondern auch der Bedingungen, unter denen Veränderung im Alltag stattfinden soll.

Die Evaluation machte außerdem Unterschiede im Zusammenhang mit begleitenden Transferformaten sichtbar. Teilnehmende mit Coaching-Begleitung erzielten in einzelnen Auswertungsgruppen höhere Transferwerte als Teilnehmende ohne diese Unterstützung. Auch Lernpartnerschaften gingen mit höheren Transferwerten einher. Die Interviews halfen zusätzlich zu verstehen, unter welchen Bedingungen solche Formate tatsächlich unterstützen: insbesondere dann, wenn der Austausch als hilfreich und vertraulich erlebt wurde und auch sensible oder noch ungeklärte Themen offen angesprochen werden konnten.


3. Was daraus folgt

Auf Basis der Transferanalyse und der qualitativen Auswertung hat KellerPartner konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt: von einem gestuften 1:1-Coaching-Angebot über einen strukturierten Vertiefungstag bis hin zur gezielteren Einbindung von Führungskräften, um den Transfer auf Teamebene zu unterstützen. Die Empfehlungen sind nach erwartetem Nutzen und Umsetzbarkeit priorisiert und zeigen, wo weitere Unterstützung sinnvoll ansetzen kann. Sie bilden die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit mit der Volksbank Mittweida.   

Häufige Fragen zur Transfer-Evaluation bei KellerPartner

Was ist eine Transfer-Evaluation und warum ist sie mehr als eine Zufriedenheitsbefragung?

Eine klassische Zufriedenheitsbefragung misst, wie gut ein Training angekommen ist. Eine Transfer-Evaluation geht einen entscheidenden Schritt weiter: Sie fragt, ob und wie das Gelernte tatsächlich im Arbeitsalltag angewendet wird. Dabei interessiert uns nicht nur der erste Eindruck nach dem Training, sondern die Entwicklung über Monate. Denn ob etwas wirklich wirkt, zeigt sich erst dann, wenn der Alltag wieder Fahrt aufnimmt.

Wie ist die Evaluation bei KellerPartner aufgebaut?

Die Evaluation folgt einer mehrstufigen Logik, die von Beginn an in ein Programm integriert ist. Sie startet bereits vor dem Training mit einer Transferfähigkeitserhebung: Wie hoch ist die Bereitschaft der Teilnehmenden, Gelerntes umzusetzen? Welche Motivation, Kompetenzen und Selbstwirksamkeitserwartung bringen die Teilnehmenden mit? Direkt nach dem Training folgen eine Zufriedenheitserhebung und ein kurzer Wissenstest. Drei Monate später wird erstmals gemessen, wie viel des eigenen Umsetzungsplans tatsächlich realisiert wurde. Nach neun Monaten folgt eine zweite Messung, die zeigt, wie stabil die Veränderungen im Langzeitverlauf sind. Ergänzend werden qualitative Interviews geführt, um die Zahlen inhaltlich einzuordnen.

Was ist eine Transferpotenzialerhebung?

Die Transferpotenzialerhebung findet zwei Wochen vor einem Training statt. Sie erfasst, wie bereit die Teilnehmenden sind, das Gelernte in ihren Alltag zu übertragen. Dabei geht es um Motivation, vorhandene Kompetenzen und die persönliche Überzeugung, Veränderungen auch wirklich umsetzen zu können. Diese Ausgangsmessung hilft später, Transfererfolge besser einzuordnen und mögliche Unterstützungsbedarfe zu erkennen. 

Was wird nach drei und nach neun Monaten gemessen?

Drei Monate nach dem Training wird erhoben, zu wie viel Prozent die Teilnehmenden ihren eigenen Umsetzungsplan realisiert haben. Dabei geht es nicht darum, welche konkreten Maßnahmen umgesetzt wurden, sondern um den selbst eingeschätzten Umsetzungsgrad auf Basis des individuellen Plans. Zusätzlich werden Faktoren erfasst, die den Transfer gefördert oder gebremst haben. Nach neun Monaten folgt eine zweite Messung, die zeigt, ob die Veränderungen stabil geblieben sind oder ob sie unter dem Druck des Alltags wieder verblasst sind.

Welche Rolle spielen qualitative Interviews?

Quantitative Erhebungen zeigen, das sich etwas verändert hat. Qualitative Interviews erklären, warum. In Einzelgesprächen von rund einer Stunde wird nachgefragt: Was hat konkret geholfen? Wo lagen die echten Hürden? Warum wurden manche Ansätze dauerhaft genutzt, andere angepasst oder wieder aufgegeben? Welche Rolle spielten Führungskräfte, Teams und die Lernkultur? Bei der Auswahl wird darauf geachtet, unterschiedliche Funktionen, Bereiche und Transfererfahrungen einzubeziehen. Die Ergebnisse fließen in die Transferanalyse und konkrete Handlungsempfehlungen ein. 

Wie wird der Datenschutz bei einer Evaluation gewährleistet?

Die quantitativen Erhebungen laufen über das Tool easyfeedback, das DSGVO-konform sowie nach TISAX und ISO 27001 zertifiziert ist. Die Teilnehmenden werden pseudonymisiert erfasst: In der Auswertung erscheint nur ein zufällig generiertes Kürzel, nicht der Name. So können Entwicklungen im Zeitverlauf auf Gruppenebene ausgewertet werden, ohne individuelle Daten offenzulegen.

Was bringt eine solche Evaluation dem Unternehmen konkret?

Eine fundierte Transfer-Evaluation liefert mehr als ein gutes Gefühl nach dem Programm. Sie zeigt, wo Transfer gelingt, wie stabil Veränderungen sind und welche Bedingungen die Umsetzung fördern oder bremsen. Qualitative Interviews helfen zusätzlich zu verstehen, was hinter unterschiedlichen Transferverläufen steckt. Auf dieser Basis lassen sich Folgemaßnahmen gezielt planen, statt nach Bauchgefühl zu entscheiden, und Investitionen dort einsetzen, wo weitere Unterstützung tatsächlich sinnvoll ist.

Für welche Programme bietet KellerPartner eine Transfer-Evaluation an?

Die Evaluationslogik ist grundsätzlich auf verschiedene Programmformate übertragbar, von Führungskräfteentwicklung über Resilienzprogramme bis hin zu Transformationsbegleitung. Wie die Evaluation konkret aufgesetzt wird, hängt vom Programm, der Zielgruppe und den Zielen des Unternehmens ab. Wir besprechen das gerne individuell.

Transfer-Evaluation_Ablauf (Beispiel)-1
Beispiel einer Transfer-Evaluations-Journey

Sie möchten eine Transfer-Evaluation in Ihr Programm integrieren?

Sprechen Sie mit uns.