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Zeit | Zeichen | Corona

Liebe Leserinnen und Leser,

Shut-Down, Lock-Down und Quarantäne. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für unseren gewohnten Alltag in Berufs- und Privatleben haben sich innerhalb kurzer Zeit diametral geändert. An die Stelle des „Verfügbarmachens“ tritt die Frage nach der Fähigkeit, umschalten zu können: Was kann unter den aktuellen Rahmenbedingungen (noch) gestaltet werden? Wo liegt der Einflussbereich in meinen beruflichen und privaten Rollen und mit welcher Haltung kann ich mich in ihm bewegen?

Bevor Sie sich diese Fragen nicht nur stellen, sondern auch Antworten finden, müssen Sie Ihrem Mandelkern einen gedanklichen Besuch abstatten: die Amygdala, oder eben zu deutsch der Mandelkern, verarbeitet als enorm nützlicher Teil des Gehirns alle Funktionen, die als Reaktion auf bedrohliche Reize ablaufen. Die bedrohlichen Reize scheinen dieser Tage unvermeidbar und da der Virus aktuell nicht durch uns steuerbar ist, löst er Angst aus. Bemerkbar wird diese nicht etwa nur durch eine Selbstkundgabe bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sondern mittelbar. Wenn wir Angst empfinden, fährt der komplette Metabolismus hoch: Die Herzrate und der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich an und unser Aufmerksamkeitsfokus wird effizienter, die Pupillen weiten sich. Der Körper bereitet sich auf eine Fight-Flight-Situation vor, also auf Kämpfen oder Fliehen. Und das hat direkte Auswirkungen auf unser Verhalten: Wer Angst hat, ist für Argumente nicht empfänglich! Sachlogische Beiträge steuern eine höhere Gehirnregion an, die unter Angst gleichsam abgeschaltet ist. Wir müssen verstehen, dass in Angstzuständen unser Reptiliengehirn – der Hirnstamm mit seinen vegetativen Funktionen – viel stärker aktiviert ist. Eine „vernünftige“ Reaktion wird dadurch rein biologisch beinahe unmöglich gemacht. Angst ist also sozusagen „irrational“ und kann nicht durch bloßes Denken „abgestellt“ werden.

Sie als Führungskraft stehen auch jetzt und besonders jetzt in der Verantwortung: Für sich selbst, für Ihre Angehörigen und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wahrscheinlich ändert sich jetzt Ihr Erleben in Ihrer konkreten beruflichen Rolle:
Sie erleben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kolleginnen und Kollegen, mit einem womöglich gänzlich anderen als dem gewohnten Verhalten, etwa weil die Sorge um Angehörige und Freunde als sehr stark erlebt wird. Neben der Vielzahl von Home-Office-Szenarien und der physischen Abwesenheit sind die Voraussetzungen für das wirksame Erledigen von Aufgaben aktuell nicht mehr oder nur eingeschränkt gegeben.

Sie sind in Ihrem beruflichen und geschäftlichen Kontext von politischen Entscheidungen abhängig, die nicht Ihrer direkten Steuerung unterliegen. Das schränkt Ihren Handlungsspielraum womöglich drastisch ein.

Sie sind gefragt, Szenarien für das Kundenverhalten und Marktgeschehen in Ihrer Branche zu entwickeln um das Überleben Ihrer Organisation zu sichern.

Diese 3 Punkte umreißen ganze Kontinente, nicht Länder – bildlich gesprochen. Durch Kommunikation können Sie diese Kontinente aber zumindest ansteuern und damit günstig beeinflussen, dass es die Wirksamkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aktuell stärkt. Hier sind 3 Empfehlungen:

1. Erhöhen Sie Ihren Selbstkundgabe-Anteil

Ganz gleich, ob Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer Video-Botschaft adressieren oder Ihnen in kurzfristig anberaumten Meetings begegnen: Gehen Sie in Vorleistung und bekennen sich aktiv zu Ihrem eigenen aktuellen Befinden. Damit ermöglichen Sie ein Sich-Einlassen auf Sie als Person und beleben das Vertrauen, dass Sie in Ihrer Rolle genießen. Diese Vergewisserung erleichtert es Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sich später auf Ihre Argumente auch nur einzulassen; denn Gefühle sind benannt.

2. Steuern Sie niedrige Flughöhen in Ihrer Ziele-Systematik an

Wenn es nicht die Frage nach der Überlebensfähigkeit der eigenen Organisation ist, die jetzt in Ihr Bewusstsein rückt, so doch vielleicht die Perspektive auf die Gestalt dessen, was Ihre Arbeit bisher ausgemacht hat. Unter der Bedingung sich ändernder Rahmenbedingungen bei gleichzeitig grassierender Sorge oder eben Angst, ist die kurzfristige Perspektive auf Ziele die einzig operativ sinnvolle. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versetzen Sie so in die Lage, „auf Sicht“ Resultate zu erzielen, die auf den höheren Ebenen einen Beitrag zum Erfolg der Organisation leisten – das schafft Zufriedenheit, die wiederum den verstandesmäßigen Zugang stärkt.

3. Versorgen Sie sich selbst

Es mag paradox anmuten, aber je besser Sie sich um sich selbst kümmern und sich versorgen, desto mehr Flexibilität bringen Sie bei der Bewältigung der aktuellen Geschehnisse mit. Das umfasst nicht nur die Aufnahme vitalitätserhaltender Lebensmittel und Getränke sondern auch die emotionale Ausstattung, mit der Sie aktuell unterwegs sind: Überprüfen Sie Gewohnheiten auf den persönlichen Lustgewinn und planen Sie derlei Aktivitäten bewusst in die jetzt entstehenden Freiräume, die Ihrer Gestaltung unterliegen.

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Ihr Daniel Keller für das Keller Partner Team

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