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Zeit | Zeichen | Homeoffice

Sehen Sie sich hier den virtuellen Workshop noch einmal an:

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Wir gehen – je nach geographischem Standort – in die zweite Woche eines Zustands, der inzwischen wirklich alle Bereiche unseres privaten, öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens prägt.

Schauplatz – im ganz wörtlichen Sinne – ist inzwischen für viele das sogenannte Home Office. Genau wie bei dem Begriff Work-Life-Balance suggeriert die Bezeichnung, dass ich zu Hause ein Büro unterhalte, während alle, die auch noch zum Home gehören ,am gleichen Ort auch ihr jeweiliges Home Office einrichten und das alles noch mit dem üblichen Familienleben, mit den täglichen Gewohnheiten und Launen, in Übereinstimmung bringen müssen. Während im Office also strukturiert und zugleich in freier Entscheidung des Nutzers verschiedene Handlungen sinnvoll ineinandergreifen, herrscht im Home ein Zustand, bei dem der oder die Verantwortliche permanent mit mindestens einer Handlung im Rückstand ist, mindestens. Und während das Büro idealiter der Ogranisation des Einzelnen unterliegt, wird diese nun gleichsam automatisch auch auf das Home ausgerollt, was dort aktuell phasenweise Freudenstürme, Wutausbrüche oder Zornattacken auslösen kann. Im Office bleibt immer die Frage: Habe ich etwas vergessen? Das kann weder unter dem Vorzeichen des wirksamen Arbeitens noch unter dem des empathischen Zusammenlebens als Familie oder Gemeinschaft funktionieren. Auch diejenigen, die aktuell noch im externen Büro arbeiten, treffen nach Ankunft in den heimischen vier Wänden auf eine andere Realität als noch vor 14 Tagen. Es ist wahrscheinlich, dass dabei nicht bearbeitete, verdeckte Konflikte jetzt zutage treten und Raum, Energie und Kraft binden, die dann in der Folge bei der Arbeitsfähigkeit fehlt.

Würde der Gedankengang hier enden, könnten wir die Arme kollektiv hochreißen und uns mitnehmen lassen von der sich ausbreitenden Welle aus Angst, Sorge und Betroffenheit und abwarten, wohin sie uns spült. Es gibt eine Alternative, die, wenn auch nicht 24/7, so doch immer wieder ein Gelingen des Office und des Home ermöglicht.

Hier sind einige konkrete Ideen, die wir im virtuellem Zeit Zeichen Workshop am kommenden Mittwoch, 25.03.2020 um 20.30 Uhr noch weiter vertiefen:

1. Machen Sie die Zielgrößen klein(er)

Wir wissen aus der Motivationsforschung, dass das Zusammentreffen eines inneren Handlungsimpulses mit einer konkreten Handlungsoption im Außen geeignet ist, Zufriedenheit infolge eines befriedigten Bedürfnisses zu schaffen. Wer also bislang auf 6000 Meter Flughöhe unterwegs war und jetzt zuhause arbeitet und virtuelle Meetings plant, aufsetzt und moderiert, dem oder der bricht diese Zufriedenheit womöglich vollständig weg; die Motivation sinkt, die Qualität der Arbeitsergebnisse sinkt. Kommunizieren Sie diesen Zusammenhang als Führungskraft und lenken Sie die Aufmerksamkeit auf das, was aktuell möglich und gestaltbar ist. Sorgen Sie dafür, dass auch ein mühevoll gestaltetes Mini-Resultat mit einer Halbwertzeit von 72 Stunden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als Erfolg erlebt wird als kleiner Sieg über die Umstände. So erhalten Sie die Motivation und tragen zur Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit bei.

2. Keine Übertragung und keine Projektion!

Sie kommen aktuell gut klar, genießen womöglich die Ruhe im externen Büro, weil alle anderen zuhause sind? Die Kantine oder der Lieblingsladen haben geöffnet und versorgen Sie mit frischen Speisen? Herzlichen Glückwunsch! Bitte schweigen Sie darüber, wenn Sie mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Kontakt haben und vermeiden Sie, von Ihnen als hilfreich gedachte Tipps zur Bewältigung der Lage abzugeben. Zur Erinnerung: Gefühle und Befindlichkeiten sind individuell verschieden, die Bewältigungsstrategien bei Belastungszuständen variieren. Verlegen Sie sich aufs Zuhören und Pacen, also Spiegeln und Auffangen dessen, was andere Ihnen über die aktuelle Lage mitteilen. Ermitteln Sie Hypothesen über deren Arbeitsfähigkeit aus deren Antworten auf Fragen zum Kontext, etwa der Ausgestaltung der Lebensbereiche im häuslichen Umfeld.

3. Re-Vitalisieren Sie Rituale oder erfinden Sie neue

Durch das Home Office und dessen Auswirkungen auf die Gestaltung von Zusammenarbeit fallen Strategien zur Bedürfnisbefriedigung weg, die – das haben wir oben gesehen – daheim nicht 1:1 kompensiert werden können. Das ist nicht nur für Führungskräfte, sondern auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eher schwierig. Wichtig ist in dieser Situation, auch kleinste Rituale virtuell wiederaufleben zu lassen oder neue zu erfinden: Was war die spannendste Entdeckung über die Mitmenschen seit dem letzten Treffen oder die Ermittlung der Anzahl von verbrauchten Teebeuteln oder oder oder …?  Moderieren Sie eine virtuelle Zusammenkunft braucht es jetzt Ihre Kreativität, um immer wieder, also mehrfach, durch das Mittel der paradox anmutenden Interventionen dafür zu sorgen, dass alle Beteiligten wenigstens kurz Zustände verlassen, von denen alle sicher sein dürfen, dass sie nicht wirksam sind.

Noch konkreter wird es am kommenden Mittwoch, 25.03.2020 im virtuellen Workshop der Reihe Zeit Zeichen um 20.30 Uhr, das in dieser Woche dem Funktionieren gewidmet ist. Hier ist auch Raum für Ihre Fragen und Anmerkungen und Austausch. Gratis für Sie und Ihre Mitmenschen!

Dieses Funktionieren unter dem Vorzeichen eines massiv vergrößerten Betroffenheitsbereichs ist gleichzeitig eine Verheißung für die Zukunft nach den ersten Pandemie-Wellen, die in den nächsten Wochen und Monaten über Deutschland und die Welt einbrechen: Es wird anders werden! Auch wenn wir aktuell noch nicht konkret und verlässlich sagen können, wie es wird, auch wenn vieles, was wir im Herbst 2020 tun werden, identisch ist mit dem, was wir noch im Dezember 2019 taten; das Vorzeichen wird sich geändert haben zugunsten unseres Wohls und eines menschlicheren Miteinanders. Als Voraussetzung für ökonomischen, politischen und privaten Erfolg.

Bleiben Sie froh und gesund.

Ihr Daniel Keller für das Keller Partner Team.

 

 

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